25.09. bis 27.09.2015 Platt-Föss“ auf Reisen

Hallo liebe Platt-Föss, die Abende werden immer länger und da möchte ich Euch mitnehmen auf unsere diesjährige schöne und informative Platt-Föss-Reise vom 25.09. bis 27.09. nach Schleswig-Holstein. Schwelgt in Euren Erinnerungen.

Das Sprichwort „ wenn Engel reisen, lacht der Himmel“ muss wohl stimmen.  Denn der Wetterdienst sagte  Sonnenschein, blauen Himmel und Temperaturen zwischen 15 -17 Grad/C. für die kommenden 3 Tage voraus. Traditionell konnte es auch kein Schmuddelwetter geben, denn „Meuter Reisen“ bietet wie gewohnt für seine angebotenen Fahrten fasst immer schönes Wetter mit. 

Mit 48 hoffnungsvollen „Platt-Föss“ war der neueste Bus auch restlos ausgebucht. Ziel war das westliche Schleswig-Holstein mit der Nordseeküste von Schlüttsiel  und St. Peter-Ording.  

Auf dem Programm standen Friedrichstadt, Rendsburg, Hallig Hooge, Tönnning, Eidersperrwerk, St. Peter-Ording und das „Pharisäer Restaurant“ auf der Halbinsel Nordstrand.

Abfahrt vom Meuter-Bushof war um 07.50 Uhr und um 08.00 von der Raiffeisenstraße. Omnibusfahrer Eckhard Simon verstaute die Koffer und Taschen und los ging die Fahrt in Richtung A 2 Hannover, Autobahn 7 bis Bispingen. Dort im Hotel „Zur grünen Eiche“ wurde Gefrühstückt. Weiterfahrt um 10.45 Uhr bis Friedrichstadt.

Dort gegen 13.00 Uhr angekommen, erlebten wir eine interessante ca. einstündige Grachten (Kanal)-Rundfahrt auf der Treene mit der MS Carl Foth um Friedrichstadt, das auch „Venedig des Nordens“ genannt wird.  Der „Kapitän“  unterhielt uns mit seiner eigenen sachkundigen und humorvollen Führung. Dabei erfuhren wir, daß Friedrichstadt 1621 unter dem sehr weltoffenen Herzog Friedrich III. von Schleswig, daher der Stadtname, von vertriebenen holländischen Bürgern, die „Remonstranten“  (der ev.Religion ähnlich), gegründet wurde.

Zeitnah siedelten sich auch Juden, evangelische und katholische Christen an. Deren Gotteshäuser wurden auf „Warften“ (sind aufgeschüttete Hügel) gebaut, um gegen die Gewalt von Sturmfluten geschützt zu sein. Sie werden auch heute noch genutzt. Die neuen Bürger deichten Teile des von den jährlich ca. 8-10 Sturmfluten überschwemmten Watt- und Marschgebieten sowie ihre Siedlung, später Friedrichstadt, ein.

 

Sie bauten in und um ihre Stadt Kanäle (Grachten) als Straßenersatz.

Sumpfgebiete wurden entwässert und als fruchtbares Acker- und Grünland genutzt. Schafe, Ziegen und Kühe waren die Grundlage für Ihren Wohlstand.                                           

Nach der sehr informativen  Grachten-Schifffahrt schloss sich eine ca. 2-stündige Zeit zur freien Verfügung an, die überwiegend zur Besichtigung des Marktplatzes mit den sehenswerten alten holländischen Häusern –leider mit Farbanstrich versehen- genutzt wurde. Um 16.30 Uhr verließen wir Friedrichstadt und erreichten um 17.25 Uhr unser Hotel „Convent-Garten“ am Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg.

Ach ja, eine ca. 1 ¼ - stündige wohltuende Ruhezeit bis zum Abend-essen gab es auch noch. Eine tolle Empfehlung kam vom Busfahrer Eckhard, nämlich nach dem Abendessen  einen Spaziergang zur  sehr sehenswerten Kanal-Hochbrücke zu unternehmen, was von den „ausdauernden“ Mitfahrern befolgt wurde. Der Abend wurde dann privat gestaltet.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, trafen wir uns alle am bzw. im Bus.  Eckhard überraschte uns mit einer Programmänderung nämlich, dass das vorgesehene Schiff von der Halbinsel Nordstrand zur Hallig Hooge und zurück nicht fährt. Er, Frank und Margret empfahlen trotzdem, als Tagesziel die Hallig Hooge, mit einem verlängerten Aufenthalt, anzufahren.  Nach dem Halligbesuch würde dann die Rückfahrt direkt zum Hotel erfolgen. Der neue Tagesablauf wurde von den Platt-Föss akzeptiert.

Bei sonnigem Wetter   begann um 07.20 Uhr die 104 km lange Fahrt über Bredstedt, Ockholm zum kleinen Fährhafen Schlüttsiel. Gegen 09.15 Uhr erreichten wir das erste Etappenziel. Noch im Bus erfuhren wir von Eckhard über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf Hooge.

O Schreck lass nach, wo ist denn hier  die Nordsee? riefen Gitta, Inge und Sigrid; nur Schlick  und dazwischen eine schmale Fahrrinne. Unser Schiff, die MS Hauke Haien, stand bei unserer Ankunft schon im Hafen. Nach kurzer Wartezeit konnten die Gäste das Schiff betreten, es sich im Restaurant oder auf dem Oberdeck gemütlich machen. Unterwegs begegnete uns ein Krabbenfangkutter. Toll, wie seine Fangnetze außer Bord hingen. Ich stellte mir dabei die Frage, ob er auch in diesem trüben Wasser Krabben und Fischbeifang in sein Netz bekommt? Ein Besatzungsmitglied verriet mir, dass gerade bei trüben, aufgewühlten Grund sich die Netze mit Krabben besser füllen als bei klarem Wasser. Ob diese Aussage stimmt? Wenn Ihr es wisst, informiert mich bitte.                                                

Während der Überfahrt nach Hooge berichtete der Käpitän über Menschen, Sehenswürdigkeiten, Flora, Fauna sowie die schlimmste Sturmflut von 1825. Nach ca. 1 Stunde Fahrtzeit erreichten wir unser Ziel. Es klappte alles wie am Schnürchen.

Die 2 reservierten Pferdekutschen nahmen uns auf und wir fuhren zunächst zur Kirchwarft mit der Halligkirche St. Johannis. Auch unser Kutscher war sehr unterhaltsam und gab uns Hinweise auf die örtlichen Sehenswürdigkeiten, die Auswirkungen von Ebbe und Flut für die Hallig, deren Sommerdeich bis 1,50m Höhe über das mittlere Tidewasser reicht, die Bedeutung der Warften –sind künstlich aufgeschüttete 3-5m hohe und bis zu ca. 20x30m große Sand-/Steinhügel- auf denen alle Wohn-, Maschinengebäude, Viehställe und Scheunen als Schutzstätte vor den Naturelementen  einer Sturmflut stehen. Hooge zählt 107 Einwohner, hat 1 Schule mit 6 Schülern und einer Lehrerin. Alle Pferde und Kühe werden ab  Ende September bis Mitte/Ende Oktober mit der Fähre auf das Festland gefahren,  jährlich werden ca. 60.000 Tagesgäste und ca. 40.000 Übernachtungen gezählt. 

Als erstes besuchten wir die kleine Halligkirche. Auch sie wurde bei der schlimmsten Sturmflutkatastrophe 1825 zerstört. Beim Wiederaufbau wurde kein Stein- oder Zementfußboden eingebaut, sondern ein steiniger Sandboden aufgeschüttet, damit bei einer Sturmflutkatastrophe dann mögliches Nordseewasser im Kirchenraum, im Boden versickern kann; darauf wurden Holzroste gelegt, um eine Begehung/Verfestigung  des Bodens zu verhindern. Die Kirche ist im Orgel- und Kanzelbereich mit zahlreichen kirchlichen Bildmotiven  ausgestaltet. Das Taufbecken steht auf vier ca. 60 cm langen Säulen. Eine weitere Beschreibung möchte ich mir ersparen, da die Kirche von allen besucht wurde. 

Nach dem Kirchenbesuch und der anschließenden Stärkung im Gasthaus Friesenpesel, aber noch vor dem Gruppenfoto sprach ich mit unserem Kutscher über den Unterschied zwischen Hallig und Insel. Seine Antworten waren sehr aufschlussreich und ich möchte sie Euch deshalb nicht vorenthalten:

 Eine Hallig liegt nur ca. 1-2 m über dem Meeresspiegel, hat einen ca. 0,50-0,80 m hohen  Sommerdamm, der zwischen 100 – 250 m von der Küste entfernt errichtet wird, um bei mittlerem Hochwasser die zerstörende Kraft der Wellen zu brechen und dadurch die Halligkante vor größeren Veränderungen zu schützen. Es gibt auch kein trinkbares, salzfreies Grundwasser und das vorhandene Brakwasser (Salz-/Regenwasser) wird von den Warften und Wiesen aus in schmalen künstlichen Gräben (Graften) in die Nordsee geführt.

Im Gegensatz zu den Halligen sind die Inseln wesentlich höher und häufig von einem hohen Damm umgeben, Wasser bei Sturmfluten kommt nicht oder nur selten auf das „Oberland“, es gibt trinkbares Grundwasser und für Gebäude müssen keine Warften  aufgeschüttet werden. Die Strände weisen weniger Schlickbereiche als reinen Sand oder Steine auf. Inseln bieten immer eine eigene Strom- und Wasserversorgung.

Jetzt war mein Gesprächspartner aber sichtlich stolz auf seine Aussage, dass die Hallig Hooge auch an die Trinkwasserversorgungs-

leitung und das Stromnetz vom Festland her, angeschlossen ist. Regenwasser alleine hat für die Bewohner, das Vieh und die Touristen

nicht ausgereicht. Es musste aufwendig in Tanks mit dem Schiff vom Festland geholt werden.

Es war ein sehr informatives Gespräch mit dem Kutscher.

Nach dem Gruppenfoto fuhren die meisten Teilnehmer  mit dem Pferdegespann zur Hanswarft. Auf dem Weg dorthin, sahen wir auf den Wiesen viele viele Ringelgänse.  Auf der Warf angekommen, wurde uns gesagt, um 14.45 Uhr wieder am Pferdegespann zu sein um dann zum Hafen zu fahren. Der  weitere Aufenthalt auf der Warft stand dann zur freien Verfügung. Dort konnten das Sturmflutkino, das Heimat- und Halligmuseum, ein großes Restaurant, ein Andenken-Kiosk und der „Königspesel“ = Königsstube im typisch friesisch eingerichtetem Haus, besucht  werden. Weitere Gebäude sind das Gemeindehaus  samt Bürgermeister, die Schule mit 6 Schülern und einer Lehrerin, sowie ein landwirtschaftliches Gehöft.

Einzelheiten zu den dortigen Sehenswürdigkeiten möchte ich mir sparen, da sie von den meisten Platt-Föss besucht wurden und noch in bester Erinnerung sind. Obwohl die meisten Teilnehmer das Friesenhaus (Kapitänshaus) mit dem/der/die/das „Königspesel“ = Königsstube besichtigten, möchte ich wegen der Besonderheit des Hauses nachfolgend nur kurz  Eure Informationen an das damalige Ereignis soweit noch nicht bekannt, ergänzen.

Mit dem Besuch des dänischen König Friedrich VI. im Juli 1825 stellt sich mir Frage nach dem Grund seines Kommens. Ein Chronist schrieb darüber: vorausgegangen war eine seit Menschengedenken noch nie erlebte Sturmflutkatastrophe am 3. und 4. Februar 1825, bei der 25 Menschen ihr Leben eingebüßten , das Vieh vollzählig ertrank und von 85 Häusern, Wohnungen und Ställen nur einige wenige Gebäude bewohnbar blieben. Die meisten Inselbewohner haben alles verloren. Diese Katastrophe veranlasste den König nach Hooge zu reisen, um einen Überblick über die Schäden der schweren Sturmflut

zu bekommen. Während seines Aufenthaltes vom 2. zum 3. Juli wohnte und schlief er im noch am besten erhaltenem Haus auf Hooge   bei der Kapitänswitwe Hansen. Das Zimmer, wo der König wohnte und schlief, wurde von den Friesen nur Königspesel = Königsstube, genannt.

Im Flur und den anderen  Räumlichkeiten konntet Ihr eine Unmenge holländischer Wandfliesen in blauer und manganfarbener Bemalung mit unterschiedlichen Motiven betrachten. Zahlreiche Fliesen sind stark beschädigt. Warum gibt es aber so viele Fliesen in diesem Haus? Der Besitz von vielen Fliesen war damals Ausdruck von Reichtum und Wohlstand. Und der Besitzer des Hauses war, wie  viele andere Kapitäne auch, eine reiche Person. Von seinen Fahrten nach Holland brachte er immer viele  Fliesen mit. Die Zimmer  im Hause sind noch heute mit Möbeln aus der damaligen Zeit eingerichtet, also richtig friesisch. Nach dem Brand am 22.10. 1995 wurden Decken und Türen des Hauses sehr aufwendig in alter Malweise mit Naturfarben (Ochsenblut, Eigelb und Pflanzenfarben in Firnis angerühert) wieder erneuert und alle weiteren Brandschäden beseitigt.

Langsam hieß es für die Platt-Föss Abschied v on der Hallig nehmen. Zur bekannten Zeit  traf sich die Gruppe am Pferdegespann und los ging es zum Fährhafen. Es war ein schöner  und interessanter Aufenthalt auf der Hallig Hooge, der vielen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Ankunft im Hafen Schlüttsiel erfolgte um 16.25 Uhr und weiter ging es nach Rendsburg zu unserem Hotel. Abendessen war für 18.45 Uhr vorgesehen. Es sollte dann ein gemeinsamer Musik- und Tanzabend folgen, der von Margret und Frank  organisiert wurde. Gegen 20.00 Uhr begann der DJ zunächst mit  leise gespielter  Unterhaltungsmusik. Nur wenige  Minuten später lockte ein flotter Disco-Fox die Platt-Föss auf die Tanzfläche. Alle machten mit und die Tanzfläche reichte zeitweise nicht mehr aus, sodass auch neben der Fläche getanzt wurde. Dieser Abend wurde auch dazu benutzt, mit Teilnehmern zu sprechen, zu denen man sonst nur Hallo oder guten Tag sagt. Es war eine tolle Stimmung im Saal, ein unvergesslicher

Platt-Föss-Abend. Von den meisten Anwesenden wurde das zu frühe Ende, schon um 22.00 Uhr, bedauert, Nur Wenige  verließen gleich den Saal. Durchtrainierte Platt-Föss sollen es noch bis Mitternacht ausgehalten haben. Ist Letzteres vielleicht eine heroische Leistung ? frage ich mich. Aber für heute wünsche ich Euch allen erst einmal eine erholsame Nachtruhe. 

Hallo liebe Freunde, Ihr braucht jetzt keine Kaffee- oder Erholungspause einlegen. Ich hoffe, dass das Lesen Euch nicht eingeschläfert hat. Die Beschreibung des 3. Reisetages wird   viel viel  kürzer, als alle bisherigen  Tage zusammen, – ich hoffe es-. 

Was wird der heutige Tag bringen? Es ist ja wieder ein umfangreiches Programm vorgesehen. Es stehen das Eidersperrwerk, St.Peter-Ording und noch etwas: der „Pharisäer“ von gestern. Ich lass mich überraschen, wie dieses umfangreiche Programm von dem Betreuungsdienst Eckhard, Margret und Frank bewältigt werden wird. 

Nach dem Frühstücken mussten die Koffer bis 08.45 Uhr bei Eckhard am Bus sein und pünktlich um 09.00 Uhr setzte er seinen Fuß auf das Gaspedal. Ein letzter Blick zum Hotel mit dem sehr aufmerksamen und netten Personal und Tschüß.                                             

Um 10.00 Uhr stieg in Tönning Herr Bonneß  als „Fremdenführer“ und Fachmann für das Eidersperrwerk und für St.-Peter-Ording zu.

Bei der Durchfahrt durch Tönning zeigte er auf ein großes, älteres Backsteinhaus mit 24 gleich großen Fenstern und erklärte uns, daß die Stadt Tönning mit diesem Bauwerk den größten Adventskalender der Welt besitzt. Auch im  Guinessbuch der Rekorde sei dieser „Kalender“ eingetragen. Weiter führte er aus, dass zur Adventszeit alle 24 Fenster wie  entsprechende Kalenderfenster gestaltet sind. Bis Weihnachten wird auch jeden Tag ein Fenster geöffnet.

Am Sperrwerk angekommen, erfuhren wir von einem „Fachmann“ sehr umfangreiche Informationen zum größten deutschen Wasser-sperrwerk. Er war ja auch als  technischer Bereichsleiter während der

ganzen Bauzeit von 1967 – 1973 tätig. Zu der Idee zum Bau kam es nach der schwersten Sturmflutkatastrophe 1962 mit mehr als 120 Deichbrüchen und riesigen Überschwemmungsflächen. Der daraufhin erstellte Küstenplan sah u.a. vor,  an der jetzigen Stelle der Eider eine mün-dungsnahe Abdämmung zu errichten. Nachfolgende  Aufgaben musste das Sperrwerkes erfüllen:

- einen verbesserten Küstenschutz in der Region zu gewährleisten,

- im Normalbetrieb  einen  ungehinderter Ein- und    Ausfluss des Ei-derwassers als Bedingung zu bieten,

-  die Vorflutregulierung muss garantiert sein,

-  das Hinterland muss notfalls entwässert werden können,

-  die Eider kann für die Schifffahrt angestaut werden,

- eine Schleuse muss kleineren Schiffen das Passieren des    Sperrwerkes ermöglichen.

-   bei  Sturmflut  die geschlossenen Tore das Hinterland schützen.

 

Gewaltig sind die Sperrsegmente, 5 Stück an der Zahl, mit jeweils 50m Breite und 8,00m Höhe und einem Einzelgewicht von 250 Tonnen. Der Durchflussteil eines Segmentes beträgt 40,00 x 5,00 m.

Dieses Bauwerk schluckte insgesamt 50.000t Stahl. Das Bauwerk wurde mit 700 Millionen DM  veranschlagt. Eingespart wurden stolze 6 Millionen DM.                                             

Dieses Kostenverhalten würde ich gerne den heutigen Planern (z.B. Flughafen Berlin , Philharmonie in Hamburg oder Universitätsbau in Lüneburg) unter die Nase reiben.

Nach einer guten Stunde Besichtigung des Sperrwerkes mit dem Modellraum und den umfangreichen Erläuterungen von  Herrn Bonneß, verließen wir das Sperrwerk um 11.25 Uhr und weiter ging die Fahrt zum nächsten Ziel nach St.-Peter-Ording.

 Im Bus informierte er uns über die Tücken des Eider-Sperrwerkes und aller nachfolgenden Schotten und Schließtore, die zur Versandung der Eider führten und noch führen,  über den Nord-Ostsee-Kanal,  über  die  Sehenswürdigkeiten der umliegenden Städte sowie die Besonderheiten der Landschaft.

Zur Versandung der Eider nannte er Fakten,  die erschreckend sind. Noch vor 100 Jahren war die Eider ca. 12 m tief. Große Schiffe wie die Gorchfock, konnten noch vor Errichtung des Eider-Sperrwerkes bis Tönning fahren. Heute ist die Eider nur noch bis  kurz hinter Tönning ca. 3,00 m tief und versandet weiterhin.

Kurz nach 11.00 Uhr erreichten wir St.-Peter-Ording, eine Urlauber-und Touristikstadt mit großen Bettenburgen und einem 12 km langen Sandstrand. Herr Bonneß kaufte und verteile die Eintrittskarten für den Strandbereich. Auf dem Weg zum Strand begann es kurzzeitig zu regnen, was viele Platt-Föss zum Rückzug bewegte. Nur einige Mutige erreichten das auf ca. 5 m hohen Baumstämmen errichtete Strandlokal. Bis zum Nordseewasser war es noch relativ weit, denn es war mal wieder Ebbe. Auch ein Grund, den Rückweg anzutreten.

Ein Bummel durch die Stadt beendete unseren Kurzbesuch.

Die Abfahrt auf 13.45 Uhr festgelegt, führte nach Westerhever. Dort vom Damm aus bemühten wir uns, trotz Ebbe, noch etwas Nordseewasser zu erkennen; aber nur eine lange Sandbank mit Rettungsinsel und jede Menge Schlickstrände waren zu erkennen. Einzig aus ca. 5 km Entfernung guckte der Westerhever Leuchtturm zu uns herüber.

Interessant waren die Information von Herrn Bonneß, daß in dem Seebereich vom Leuchturm bis Nordstrand, Pellworm und Süderoogsand bis zu ca. 300 alte Holzschiffe bei Sturmkatastrophen noch bis vor etwa 150 Jahren bei heftigen Stürmen versanken und dann im Laufe der Zeit vom Sand und Schlick zugedeckt worden sind. Erst vor wenigen Jahren gab die Nordsee hier wieder ein ca. 200 Jahre altes,  versunkenes Handelsboot frei. Einen entsprechenden Zeitungs-bericht bot er zum Lesen an.

Nach diesem Zwischenstopp ging die Busfahrt weiter nach Tönning, dem Wohnort von Herrn Bonneß wo er von Frank für seine sehr informativen Beiträge herzlich verabschiedet  wurde.

Endlich näherten wir uns dem Pharisäerhof - Cafe/Restaurant/Hotel –auf der Halbinsel Nordstrand. Ich  roch schon den Pharisäer und schmeckte die Torte. Bis zur Wirklichkeit dauerte es nur noch 10 Minuten. Aber dann stand der „Pharisäer“ und ein goßes Stück Eierlikörtorte vor mir, vor uns. Lecker war es. Nach den obliga-torischen Einkäufen im angrenzenden Andenkenladen  ging um 17,00 Uhr die Fahrt in Richtung Bokeloh weiter. Es gab keine wesentlichen Behinderungen auf der Autobahn. In der Raststätte Bispingen legte Eckhard einen ¾ stündigen Fahrerhalt ein, um Recht und Gesetz zu genügen. Wir Platt-Föss  verbrachten unsere Zeit mit dem Abendessen oder Zeitungslesen. Alle waren sichtlich sehr zufrieden, denn die Weiterfahrt war relativ still im Bus.  Um 21.20 Uhr erreichten wir unser Bokeloh. Bedankten uns bei Eckhard für die guten und Fahrten und seinen Informationen, aber auch bei Margret und Frank für die Zusammenarbeit mit Omnibus Meuter. Es waren 3 sehr informative und schöne Tage. Nach dem Ausladen der Koffer löste sich die  „Karawane“ ganz schnell auf.

Liebe Platt-Föss, ich hoffe, das Lesen dieser wenigen Zeilen hat dazu beigetragen, den Ablauf der Fahrt noch einmal zu erleben . Wenn mir das gelungen ist, freue ich mich.  In diesem Sinne 

 

Euer  Schreiberling  Günter